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Gap Fest

September 1, 2010

kuratiert von Annie Buenker

SAMSTAG 4.9.

12 Uhr Noise-Space mit Tina Tonagel und EOSIN (Kachelsaal AZ, alternativ Bauwagenplatz Pavillon)

BesucherInnen sind eigeladen den Noise Space zu besuchen und können den ganzen Tag bei den Künstlerinnen verweilen um verschiedene Techniken zur Noise-Erzeugung zu entdecken. Tina Tonagel baut mit Euch Instrumente auf dem Tageslichtprojektor, die Ihr später auch mit nach Hause nehmen könnt. Mit Eosin lernt Ihr den Plattenteller als Abspielgerät und Instrument zu nutzen, als synthesizer und sampler zugleich.

prepared TURNTABLE + deformed VINYL RECORDS workshop mit EOSIN

Vinyl-Platten werden auf verschiedene Weise deformiert, zerschnitten, zertrümmert und als Soundcollagen wieder zusammengeklebt. Haushaltsobjekte werden auf dem turntable eingesetzt um eine ungewöhnliche Vielfalt an Klängen zu erzeugen; Feedback und Geräusche der elektronischen Verbindungen werden auch ein willkommener Teil der Improvisation. Teilnehmer werden eingeladen diese Klangweiten fur sich zu entdecken und aufzuzeichnen und selbst improvisierte Sets zu spielen.

Bitte bringt hierzu Haushaltsobjekte und alte Platten zum zerbrechen mit!

Kunst und Musik auf dem Tageslichtprojektor mit Tina Tonagel

Tina Tonagel arbeitet mit einem set aus rotierenden, selbst erfundenen Instrumenten die häufig Seiteninstrumenten ähneln. Diese werden mit Motoren automatisiert und produzieren Klang durch das Schaben und Anschlagen der Seiten oder Piezo-Elementen. Im Laufe des Nachmittages wird Sie mit den Teilnehmern elektronische Musikinstrumente auf dem Overheadprojektor bauen, die man auch mit nach Hause nehmen und dort auch ohne Projektoren einsetzen und weiterverwenden kann.

Wir freuen uns über spontane Teilnehmer aber um zu garantieren dass auch genug Material für Euch da ist, bitten wir bei Interesse an der Workshop-Teilnahme um eine kurze Nachricht: gapnoise[at]gmail.com

19 Uhr Kurzgeschichten mit Jennifer Bertram

Jenny kramt in ihrer noch jungen Erzählerinnenkiste herum und wird uns kurze Geschichten vorlesen. Schaurig schöne Geschichten, wie das Leben sie schreibt mit einer guten Portion schwarzem Humor, aber auch verspielt surreal. Geschichten von Problemen, die der Alltag so aufwirft. Probleme mit der Familie, der Finanzierung des Lebens oder der Schwierigkeit einfach nur in diesem klar zu kommen.

19 Uhr Noise-Performances

CHALKWALK Franziska Windisch – Klangperformance, 10min

Ein Stück Kreide ist an einem Mikrofon befestigt. Über den Boden gezogen hinterlässt es eine weiße Linie. Der Klang der dadurch entseht wird verstärkt, aufgenommen und sobald die Linie fertig gezeichnet ist, wieder abgespielt. Gleichzeitigt wird über die bestehende Linie eine neue gezeichnet.

Franziska Windisch (*1983), studiert seit 2005 an der Kunsthochschule für Medien Köln im Fachbereich Kunst. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit der Aufzeichnung von Klang, der Bewegung im Raum und Zeit im Sinne von Formalisierung und Übertragung. Die unterschiedlichen Aspekte dieser Übersetzungspraktiken werden in Rauminstallationen, Konzerten und research performances erforscht .

Diana Combo (1983) Aveiro, Portugal

Unter dem moniker EOSIN – einem Anagram des Kraches – kreiert Diana Combo lange Klangtexturen und “lock grooves”, Vinyl-Geraeusche und andere samples und mischt diese mit Feldaufnahmen von verschiedenen Orten auf einer parallelen Ebene. Als EOSIN spielte Sie bisher in Köln, Moers und Barcelona. Während ihren Performances improvisiert Sie in dem Sie Ihre Platten in Echtzeit mischt, während Sie gleichzeitig vorher aufgenommene und bearbeitete Klaenge spielt, die durch verschiedene Software live abstrahiert werden. Zur Zeit findet man Sie in Berlin wo Sie als Assistentin einer elektronischen Musikern arbeitet.

Tina Tonagel (Köln)

Tina Tonagel ist eine Medienkünstlerin aus Köln und produziert kinetische und mechanisch-skulpturelle Arbeiten. Sie ist auch die Initiatoren des Festival und workshop Formates “Kunst und Musik mit dem Tagelichtprojektor” mit Christian Faubel, Cordula Körber und Ralf Schreiber.

SONNTAG 5.9.

16 Uhr “Hanuta la Roche” liest Käpt’n Blaubär:

Die schönsten Geschichten für Kinder aus den 13½ Leben des Käpt’n Blaubär

Permanente Ausstellungen

WHAT ARE YOU ? mit Marika Dermineur
2005, net.art Installation von Stéphane Degoutin, Marika Dermineur und Gwenola Wagon (Paris)

“What are you?” shuffelt Repräsentationen von Lebensstilen und sozialen Codes um eine endlose Zahl an Trends, Attitüden und sozialen Verhaltensmustern zu generieren. Jeder Klick zieht neue Zusammenhänge von Bildern und Klängen nach sich, die den Trend beschreiben.
Obwohl in diesem Bereich Unmengen investiert wird, produzieren Designer, Marketing-Experten und Trend Scouts nur zwei Trends im Jahr – Dank seiner Datenbank aus mehr als 500 zurückliegenden, gegenwärtigen und zukünftigen Trends, generiert “What are you?” augenblicklich 250.000 Kombinationen, indem es willkürlich Schlagwörter verbindet. Demnach ist diese Anwendung in der Lage die Trends der nächsten 125,000 Jahre (bis 127005) zu produzieren.
Diese Konfrontation verzeichnet neue soziale Kategorien, in einem Prozeß der versucht alle möglichen oder unwarscheinlichen Moden und sozialen Stereotypen abzunutzen. Die Gegenüberstellung dieser Stereotypen stellt ihren jeweiligen Einfluß und die Grenzen in denen Sie definiert werden in Frage.

versuch08d (Sockelsturz) mit Melanie Riesle (Hamburg) 2009, Video

Versuch 08d ist ein wichtiger Moment einer Versuchsreihe in der sich, durch die wiederholte Auseinandersetzung mit den Materialien und Medien, neue Funktionen in mehreren Dimensionen eröffnen, welche jedesmal ein Handeln der Versuchsperson erfordern.

Notiz zu Versuch 08:

Durch die Versuche Sockeltest (V8a) und Sockelsturz (V8d) wurde schon einiges aufgestellt, abgetan und wieder umgestellt. Heute (5.12.09) habe ich mir den Sockeltest wiederholt angeschaut. Diesmal mit der Frage, wie die Spanne und Spannung zugespitzt werden könnte. Bei Minute 2:21 kam die Frage auf, welches Moment mit Befreiung zu tun hat. Als offensichtliche Aktion befreie ich mich nach dem Aufprall aus der schmalen Kiste, oder durch das Winden in der Kiste. Das Objekt wandelt sich stets mit der Handlung. Ich gleite hinein und falle. Fallen. Ist es auch eine Falle? Ist die Idee freier gewesen? Wie könnte die Praxis noch aussehen? Was ist mit der Entscheidung? Idee, Entscheidung, Handlung, Ergebnis. Vermutung: Die Freiheit steckt im Risiko, einschließlich des Risikos danach nicht freier, sondern sogar gefesselter zu sein. Ist das Fallen unabhängig?

Melanie Riesle lebt und arbeitet in Hamburg. 2004 bis 2009 studierte sie an der Hochschule fuer bildende Kuenste Hamburg VK/Film, Inszenierungen kuenstlerischer Praxis und Angewandte Mediologie.

KopfFilm mit Johanna Schmitz (Köln) Video-Installation (2010)

Mit dem Stop-Motion-Projekt „KopfFilm“ lässt Johanna Schmitz die Zuschauer_innen an ihrem ganz eigenen Heimkino teilhaben. Wenige Minuten zeigen den immer wiederkehrenden Kampf zwischen Möchten & Können, Zuwenig & Zuviel und die nie enden wollende Suche nach dem eigenen Platz. Die animierten Zeichnungen und die verschrobene Klanguntermalung lassen all diese Irrungen in unterschiedlichen Facetten erscheinen: Mal lustig, mal skurril, mal deprimierend und hin&wieder ein wenig eigenartig.

Johanna studiert seit drei Jahren an der Uni Köln Kunstpädagogik. >>KopfFilm<< ist nach >>89cm<<, der letztes Jahr auf einer Gemeinschaftsausstellung in Köln gezeigt wurde, ihr zweites Stop-Motion-Projekt, das es von der Festplatte unter Menschen schafft. Johanna studiert seit drei Jahren an der Uni Köln Kunstpädagogik. >>KopfFilm<< ist nach >>89cm<<, der letztes Jahr auf einer Gemeinschaftsausstellung in Köln gezeigt wurde, ihr zweites Stop-Motion-Projekt, das es von der Festplatte unter Menschen schafft. Anja Herden und Sebastian Kreyer setzen mit “Was HAT die denn?” ein denkwürdiges Radiointerview mit Gerburg Treusch-Dieter aus dem Jahr 2005 in Szene. Die Soziologin erklärt sich, die Welt und die Gemeinsamkeit zwischen Koitus und Küche. “Anja Herden [hatte sich] häuslich niedergelassen und philosophierte über die Geschlechterrollen, Sexualität, Moral, Schöpfungsgeschichte und den Nutzen von Arbeit und stellte diesen in Frage. Dabei wurden bekannte Philosophen und Psychologen zitiert [...], crazy und schrill, quasi mitten im Publikum.” Stadtmenschen.de Seit 2008 leitet Anja Herden in Hamburg das “Strachinsky-Ensemble”, eine freie Theatergruppe, die in Hamburg und auf Festivals auftritt. Sebastian Kreyer ist seit 2008 Regieassistent am Schauspiel Köln. Er studierte in Leipzig und Berlin Theaterwissenschaft, Philosophie und Soziologie. Während des Studiums war er u.a. im Theaterverlag und als Dozent an der Volkshochschule tätig. An der Freien Universität Berlin lernte er Gerburg Treusch-Dieter kennen – ein nachhaltiger Eindruck, aus dem heraus der Theaterabend “Was HAT die denn?” entstand.